Alexander Zverev hat erneut bewiesen, warum er zur Weltspitze im Tennis gehört. Mit einem nervenstarken Viertelfinalsieg gegen Tommy Paul sicherte sich der deutsche Ausnahmespieler sein neuntes Grand-Slam-Halbfinale. Der 27-Jährige setzte sich nach einem kräftezehrenden Match mit 7:6 (7:1), 7:6 (7:0), 2:6 und 6:1 gegen den Amerikaner durch.
„Es war nicht das beste Match, das ich gespielt habe, aber ich habe trotzdem meinen Weg gefunden, gerade die ersten beiden Sätze zu gewinnen“, sagte Zverev im Interview mit Eurosport. Besonders die Tiebreaks machten den Unterschied: Hier zeigte Zverev seine Klasse und spielte nahezu fehlerfrei. Dennoch offenbarte das Match Schwächen in seiner neuen, offensiveren Spielweise, die er sich im Halbfinale gegen Novak Djokovic nicht leisten kann.
Neue Taktik mit Herausforderungen
Seit Ende 2024 verfolgt Alexander einen strategischen Wandel hin zu einer aggressiveren Courtposition. Diese Entscheidung traf er nach einer bitteren Halbfinalniederlage bei den ATP Finals in Turin gegen Taylor Fritz. „Diese Änderungen sind ein Prozess“, betonte Zverev damals. In Melbourne zeigte sich jedoch, dass die Anpassung noch nicht perfekt ist. Gegen Paul musste er in den ersten beiden Sätzen häufiger von seinem offensiven Plan abweichen.
Trotzdem bleibt Zverev optimistisch. Im vierten Satz des Matches fand er zu seinem Rhythmus und zeigte Tennis auf höchstem Niveau. „Ich habe mich an die Bedingungen gewöhnt und gutes Tennis gespielt“, erklärte er später in der Pressekonferenz. Besonders die nächtlichen Bedingungen in Melbourne scheinen ihm entgegenzukommen.
Erfolg durch mentale Stärke und Konstanz
Das Match gegen Paul offenbarte nicht nur taktische Baustellen, sondern auch Alexanders größte Stärke: seine Nerven. In entscheidenden Momenten war er konzentrierter und fehlerfreier als sein Gegner. Diese mentale Stärke, gepaart mit physischer Überlegenheit im vierten Satz, brachte ihm schließlich den Sieg. „Sascha war cooler“, lobte Eurosport-Experte Boris Becker.
Nun steht Alexander vor einer noch größeren Herausforderung: Novak Djokovic. Der Serbe, der Carlos Alcaraz im Viertelfinale bezwang, wird im Halbfinale eine nahezu perfekte Leistung von Alexander verlangen. Die Kombination aus offensiver Grundausrichtung und Konstanz wird entscheidend sein.
Spannung vor dem Halbfinale
Nach seinem Sieg erklärte Alexander, dass er sich nun im Hotel erholen werde, während er das Match zwischen Alcaraz und Djokovic im TV verfolgt. „Ich hoffe, dass sie 7:6 im fünften Satz spielen werden“, scherzte er. Das Ergebnis war weniger dramatisch, doch eines ist sicher: Zverev wird am Freitag topmotiviert auf den Platz zurückkehren.
