Tennislegende Mats Wilander sieht in Jannik Sinner ein ideales Vorbild für junge Spieler. Im Gespräch mit der französischen L’Équipe sagte der siebenfache Grand-Slam-Champion: „Ich habe noch nie jemanden so aggressiv spielen sehen wie Sinner.“ Dabei gehe es nicht um blinde Härte, sondern darum, wie früh er den Ball nehme. „Er wartet nie, bis der Ball fällt – er nimmt ihn sofort“, so der Schwede. Für Wilander steht fest: Sinners Spielweise sei der Zeit um fünf bis zehn Jahre voraus.
Im Vergleich zu Carlos Alcaraz, der laut Wilander über außergewöhnliches Talent verfüge, sei Sinners Spielstil für viele junge Spieler realistischer. „Nicht jeder kann Tennis spielen wie Alcaraz – das verlangt extrem seltenes Talent. Aber jeder kann versuchen, so zu spielen wie Jannik. Das erfordert keine außergewöhnliche Begabung, sondern völlige Hingabe.“
Enge Rivalität mit Alcaraz
Das Finale in Wimbledon war das jüngste Kapitel dieser neuen Tennisrivalität. Alcaraz gewann in vier Sätzen mit 4:6, 6:4, 6:4, 6:4 – dennoch war Jannik über weite Strecken ebenbürtig. Auch bei den French Open im Juni hatte Jannik drei Matchbälle, bevor er das Spiel verlor.
„Wenn man dieses Finale gesehen hat, konnte man kaum glauben, dass Alcaraz die letzten fünf Partien gegen Sinner gewonnen hatte“, so Wilander weiter. „Sinner war in Paris und auch jetzt der bessere Spieler.“
John McEnroe, selbst dreimaliger Wimbledon-Sieger, äußerte sich bei ESPN beeindruckt: „Er hat den Ball so hart geschlagen wie kaum jemand zuvor. Beeindruckend war aber vor allem, wie er Alcaraz körperlich entmutigt hat. Stell dir vor, wie schwer das ist.“
Die beiden Stars kehren Ende Juli beim Masters-1000-Turnier in Toronto zurück auf die Tour.
