Lorenzo Musetti steht schon sehr früh in der Sandplatzsaison unter Druck. Beim Masters in Monte Carlo war die Ausgangslage für den Italiener heikel, weil er dort aus dem Vorjahr 680 Weltranglistenpunkte zu verteidigen hatte. Nach einem Saisonstart, der durch Verletzungen gestört wurde, wirkte die Aufgabe ohnehin schwer. Nach seiner Niederlage gegen den Monegassen Valentin Vacherot ist nun klar, dass Musetti diesen wichtigen Lauf nicht annähernd wiederholen konnte.
Vacherot nutzt seine Chance in Monte Carlo
Für Vacherot war es dagegen ein Abend, der seiner Karriere weiteren Schwung geben könnte. Der Spieler aus Monaco, der Ende der vergangenen Saison in China seinen ersten ATP-Masters-1000-Titel gewann und damit seinen Durchbruch schaffte, trat im eigenen Land mit viel Selbstvertrauen an. Auf vertrautem Boden gelang ihm nun ein Sieg, der noch einmal größere Aufmerksamkeit bringen dürfte.
Die Partie selbst verlief wechselhaft. Vacherot servierte im zweiten Satz beim Stand von 5:4 bereits auf den Matchgewinn, ließ diese Gelegenheit jedoch noch liegen, als Musetti zurückbreakte. Beim nächsten Versuch blieb er stabiler. Beim Stand von 6:5 machte er es besser und brachte den Sieg gegen die Nummer fünf der Welt über die Linie.
Danach sagte Vacherot: „Die Emotionen gingen ein bisschen auf und ab. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass mein erster Sieg gegen einen Top-Fünf-Spieler, der zweite nach Shanghai, hier in einer Night Session auf dem Centre Court kommen würde, auf dem ich seit meinem sechsten Lebensjahr spiele, dann ist das nichts, nichts kann man dagegen machen.“
Für Musetti beginnt jetzt die heikle Phase
Für Musetti hat die Niederlage sofort Folgen. In der aktualisierten Weltrangliste wird er auf Platz neun zurückfallen. Das ist jedoch womöglich nur der Anfang eines schwierigeren Abschnitts. Im vergangenen Jahr erreichte er in Madrid und Rom jeweils das Halbfinale und sammelte dort insgesamt 800 Punkte. Hinzu kommen weitere 800 Punkte von seinem Halbfinaleinzug bei den French Open.
Diese Zahl zeigt, wie groß der Druck in den kommenden Wochen wird. Würden diese 1.600 Punkte ohne vergleichbare Resultate aus seiner Bilanz verschwinden, wäre ein Absturz in Richtung Top 20 kaum zu vermeiden. Das wäre für einen Spieler seiner Klasse ein harter Rückschlag.
Ganz hoffnungslos ist die Lage jedoch nicht. Musetti hat für das Turnier in Barcelona in der kommenden Woche gemeldet. Dort muss er keine Punkte verteidigen und kann sofort Boden gutmachen. Entscheidend wird nun sein, dass er fit bleibt und schnell wieder sein bestes Niveau findet. Gelingt ihm das, kann er in der entscheidenden Phase der Sandplatzsaison noch einiges korrigieren.
