Matteo Berrettini steht bei den French Open zum erst zweiten Mal in seiner Karriere in der vierten Runde. Für den Italiener ist das ein wichtiges Zeichen, weil er in Roland Garros erstmals seit seinem Viertelfinallauf 2021 wieder antritt. Sein nächster Gegner ist Juan Manuel Cerundolo, gegen den es um den Einzug in die Runde der letzten Acht geht.
Trotzdem wird Berrettinis Chance auf den ersten Grand-Slam-Titel in Paris zurückhaltend bewertet. Der Grund liegt nicht nur im Belag, sondern auch in der Belastung. Nach seinem kräfteraubenden Fünfsatzsieg gegen Francisco Comesana bleibt die Frage, wie schnell der 30-Jährige körperlich wieder bereit ist. Gerade bei einem Spieler, dessen vergangene Jahre von Verletzungen geprägt waren, wird Regeneration selbst zu einem Teil der sportlichen Bewertung.
Warum Roddick eher an Wimbledon denkt
Andy Roddick sieht in Berrettinis Lauf weniger einen klaren Hinweis auf einen French-Open-Titel als auf eine mögliche Gefahr für die Rasensaison. In seinem Podcast Served sagte der frühere Weltranglistenerste: „Hoffentlich kommt Berrettini so weit, wie er kommen will. Eine großartige Gelegenheit gegen einen jungen Cerundolo und in der nächsten Runde, aber markiert euch dieses Ergebnis als ein… niemand wird auf Rasen gegen Berrettini spielen wollen.“
Damit verschiebt Roddick die Perspektive. Paris ist für Berrettini ein Test der Belastbarkeit und Form, Wimbledon könnte dagegen der Ort sein, an dem seine Stärken mehr Gewicht bekommen. Roddick ergänzte: „Wenn er gut spielt, ist er einer der besten zehn Rasenspieler der Welt. Meiner Meinung nach wird ihm das nur helfen, wenn er gesund ist und spielt. Ich denke nicht, dass er hier auf diesem Belag ein Anwärter ist.“
Der Körper bleibt der entscheidende Faktor
Berrettinis Profil passt zu Rasen: Aufschlag, Vorhand und Slice können dort Schaden anrichten. Dazu kommt seine Vergangenheit auf diesem Untergrund. Vier seiner zehn Titel gewann er auf Rasen, darunter zweimal in Queen’s. 2021 erreichte er als erster Italiener das Wimbledon-Finale im Herreneinzel, verlor dort jedoch gegen Novak Djokovic.
Roddicks stärkste Aussage betrifft deshalb nicht Paris, sondern SW19: „Ich denke, er ist jemand, der Wimbledon wirklich, wirklich stören und auf den Kopf stellen kann.“ Genau darin liegt die Bedeutung dieses French-Open-Laufs: Berrettini sammelt Spielpraxis, gewinnt Matches und zeigt sich wieder konkurrenzfähig. Neben Jannik Sinner und Djokovic wird er nicht als Favorit genannt, doch auf Rasen wäre er bei voller Gesundheit schwer zu ignorieren.
