Jiří Lehečka hat Tschechien im Davis-Cup-Duell mit den USA zurückgebracht. Der tschechische Spitzenspieler bezwang Ben Shelton mit 6:4, 6:4 und stellte nach dem ersten Tag auf 1:1. Zuvor hatte Jakub Menšík gegen Learner Tien deutlich mit 2:6, 4:6 verloren und sein Team früh unter Druck gesetzt.
Die beiden Ergebnisse zeigen, wie schnell sich ein Ländervergleich durch unterschiedliche Einzel verändern kann. Tien verschaffte den USA mit einem souveränen Auftritt zunächst die Kontrolle. Lehečka antwortete anschließend mit einem ebenso klaren Zweisatzerfolg und verhinderte, dass Shelton den Amerikanern bereits eine komfortable Führung sicherte.
Tien nutzt den Auftakt konsequent
Menšík fand im ersten Einzel zu selten die Stabilität, um Tien längere Phasen aufzuzwingen. Der erste Satz ging mit 2:6 verloren, im zweiten Durchgang erhöhte der Tscheche zwar seinen Widerstand, kam aber nicht mehr in die Begegnung zurück. Tien schloss auch diesen Satz mit 6:4 ab.
Der Erfolg war für die USA besonders wertvoll, weil er den favorisierten Shelton in eine günstige Ausgangslage brachte. Ein zweiter Punkt hätte den Druck vollständig auf Tschechien verlagert. Zugleich musste Lehečka nach der Niederlage seines Teamkollegen ohne Sicherheitsnetz spielen: Ein schwacher Start gegen Shelton hätte den gesamten Vergleich früh in eine klare Richtung gelenkt.
Lehečka übernimmt Verantwortung
Lehečka ließ sich von dieser Konstellation nicht bremsen. Mit zwei identischen 6:4-Sätzen hielt er Shelton auf Abstand und gab dem Duell seine Ausgeglichenheit zurück. Der Spielstand verdeutlicht, dass keine lange Entscheidung nötig war, Lehečka aber in beiden Sätzen die entscheidende Phase für sich entschied.
Sein Sieg besitzt dadurch mehr Gewicht als ein gewöhnlicher Punkt. Er neutralisierte Tiens starken Auftakt, schützte Menšík vor einer übergroßen Bedeutung seiner Niederlage und zwang die USA, den weiteren Verlauf wieder ohne Vorsprung zu bestreiten. Zudem gewann Lehečka beide Sätze, ohne dass Shelton einen Entscheidungssatz erzwingen konnte. Für Shelton bedeutete das Ergebnis dagegen eine verpasste Gelegenheit, den Erfolg seines Teamkollegen unmittelbar zu bestätigen.
Nach zwei Einzeln ist die Ausgangslage vollständig offen. Tschechien kann auf Lehečkas Reaktion aufbauen, während die USA in Tiens Leistung einen klaren positiven Baustein besitzen. Der erste Tag hat damit keine Mannschaft entscheidend abgesetzt. Er hat vielmehr gezeigt, dass beide Teams einen Spieler fanden, der unter seiner jeweiligen Aufgabenstellung überzeugte, und einen zweiten, der im nächsten Einsatz eine Antwort liefern muss.
