Yannick Noah und Alexander Zverev fordern einen echten Davis Cup zurück

by Faruk Imamovic
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Yannick Noah und Alexander Zverev fordern einen echten Davis Cup zurück
© focusonline/X/Fair Use

Der Streit um den Davis Cup dreht sich längst nicht mehr nur um einen Spielplan. Yannick Noah und Alexander Zverev greifen den Kern des heutigen Formats an: Sie bezweifeln, dass die Finalrunde mit acht Teams noch jene sportliche und emotionale Bedeutung besitzt, die den Wettbewerb über Jahrzehnte geprägt hat.

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Zverev erlebte beide Versionen. Nach Deutschlands jüngstem Sieg gegen Kroatien forderte er die Verantwortlichen zum Umdenken auf. „Ich hoffe, dass die Entscheidungsträger des Davis Cups irgendwann aufwachen und erkennen, was der echte Davis Cup ist“, sagte der Deutsche. Für ihn lieferte gerade das zurückliegende Heim-Auswärts-Duell den entscheidenden Kontrast zur Endrunde in Bologna.

Das Format verliert seinen stärksten Unterschied

Früher wurden Begegnungen im Best-of-five-Modus und vor dem Publikum eines der beiden Länder ausgetragen. Für die Finalrunde wurde dieses Modell durch ein kompaktes Acht-Nationen-Turnier am Jahresende ersetzt. Damit sollte der Wettbewerb gebündelt werden, doch aus Sicht seiner Kritiker ging genau das verloren, was ihn von gewöhnlichen Tourveranstaltungen abhob.

Noah spricht aus zwei Perspektiven. 1982 erreichte er mit Frankreich als Spieler das Finale, 1991 führte er die Mannschaft als Kapitän zum ersten Titel seit 1932. „Für mich ist das nicht der echte Davis Cup. Von Anfang an war ich gegen dieses Format“, erklärte er. Zudem erkenne er den Geist des Wettbewerbs nicht mehr wieder.

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Sein Einwand ist mehr als nostalgisch. Noah erinnert daran, dass frühere Generationen alles dafür getan hätten, nominiert zu werden. Geschichte und Tradition hätten der Teilnahme einen besonderen Wert gegeben. Heute sieht er diese Bindung geschwächt und verweist darauf, dass die besten Spieler häufig fehlen.

Die Kritik zielt auf sportliche Relevanz

Ein kürzeres Turnier kann organisatorisch einfacher sein, doch Noahs und Zverevs Aussagen legen den Maßstab anders an: Entscheidend ist nicht allein, ob ein Sieger ermittelt wird, sondern ob die Begegnungen eine nationale Heimkulisse und ein eigenes Gewicht erzeugen. Wenn selbst prägende Figuren verschiedener Generationen den Wettbewerb nicht mehr wiedererkennen, wird das zu einem Glaubwürdigkeitsproblem.

Zverev formulierte es nach dem Kroatien-Wochenende noch schärfer: „Denn dieses Wochenende war der echte Cup. Was wir in Bologna spielen, ist absoluter Unsinn. Ich hoffe, dass wir zum alten Format zurückkehren.“ Damit liegt eine klare Alternative auf dem Tisch. Die Debatte wird sich daran messen lassen müssen, ob der Davis Cup nur kompakt funktionieren oder wieder unverwechselbar werden soll.

Alexander Zverev Davis Cup
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