Jim Courier erkennt Carlos Alcaraz' entscheidende Aufschlaglücke

by Faruk Imamovic
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Jim Courier erkennt Carlos Alcaraz' entscheidende Aufschlaglücke
© marni__4x/X/Fair Use

Carlos Alcaraz verließ die US Open nach einem dramatischen Viertelfinale gegen Ben Shelton mit einer klaren Aufgabe. Der Spanier verlor 6:7 (5), 6:1, 6:3, 1:6, 6:7 (7), obwohl er nach seiner Handgelenksverletzung im Frühjahr über weite Strecken ein starkes Turnier gespielt hatte. Entscheidend fehlte ihm nach Einschätzung von Jim Courier die höchste Geschwindigkeitsstufe im Aufschlag.

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„Für ihn geht es darum, diesen zusätzlichen Gang bei seinem Aufschlag zu finden“, sagte der viermalige Grand-Slam-Sieger. Courier verwies auf die messbare Differenz: Die höchste Geschwindigkeit lag nur bei 127 oder 128 Meilen pro Stunde, nicht bei 130 oder sogar 137.

Diese wenigen Meilen pro Stunde können in einem engen Match erheblich sein. Ein schnellerer erster Aufschlag produziert nicht nur direkte Punkte. Er zwingt den Rückschläger zu einer tieferen Position, öffnet den nächsten Schlag und nimmt Druck von längeren Ballwechseln. Gegen einen explosiven Gegner wie Shelton wurde jede schwächere Servicephase sichtbar.

Das Comeback bleibt dennoch gelungen

Alcaraz bestritt sein erstes Turnier seit rund fünf Monaten. Eine Handgelenksverletzung hatte ihn zu Beginn der Sandplatzsaison gestoppt. In New York wirkte die Nummer drei der Welt bis zum Viertelfinale beweglich und schlug im Achtelfinale den an Position 20 gesetzten Tommy Paul deutlich.

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Das Ergebnis gegen Shelton ist deshalb kein Beleg für ein misslungenes Comeback. Alcaraz gewann zwei Sätze überzeugend und erreichte in seinem ersten Wettkampf nach langer Pause die Runde der letzten acht. Die Niederlage zeigt vielmehr, welcher Teil seines Spiels noch nicht vollständig belastbar oder selbstverständlich ist. Courier ließ offen, ob der fehlende Gang körperliche oder psychologische Ursachen hatte.

Kleine Anpassung mit großer Wirkung

Shelton wurde erst der zweite Spieler, der Alcaraz in einem fünften Satz besiegte. Zuvor war dies Matteo Berrettini bei den Australian Open 2022 gelungen. Der Amerikaner erreichte dadurch sein zweites US-Open-Halbfinale und trifft dort auf Frances Tiafoe. Nach seinem Sieg beim Canada Masters setzte Shelton seinen Aufstieg mit einer weiteren belastbaren Leistung fort.

Für Alcaraz beginnt nun eine präzise Aufbauphase. Er muss nicht sein gesamtes Spiel verändern. Vielmehr geht es darum, Geschwindigkeit, Vertrauen und Platzierung beim ersten Aufschlag wieder zusammenzuführen. Gelingt das, kann aus einem guten Comeback schnell wieder ein vollständiges Grand-Slam-Paket werden. Die Niederlage war schmerzhaft, lieferte aber eine ungewöhnlich konkrete Diagnose.

Carlos Alcaraz
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