Tennislegende Björn Borg hat sich in einem Interview mit BBC Breakfast überraschend offen zum Thema Doping geäußert. Der elfmalige Grand-Slam-Sieger aus Schweden erklärte, dass auch in seiner Generation Spieler zu unerlaubten Mitteln gegriffen hätten. „Als wir gespielt haben, meine Generation, weiß ich mit Sicherheit, dass einige Spieler Dinge benutzt haben, die sie nicht hätten benutzen sollen“, sagte Borg. Namen wollte er jedoch nicht nennen.
Der heute 68-Jährige betonte zugleich, dass die intensiven Kontrollen der Gegenwart ein wichtiger Schritt seien: „Ich finde es gut, dass sie sich heute so oft testen lassen müssen. Es ist wichtig, Tennis ein sauberer Sport bleibt.“
Kontroverse um Jannik Sinner
Björn nahm auch Stellung zum Fall Jannik Sinner, der in den vergangenen Monaten für Aufsehen gesorgt hatte. Im August 2024 war der Italiener zunächst von der International Tennis Integrity Agency entlastet worden. Man sprach von „keiner Schuld oder Fahrlässigkeit“ bei zwei positiven Tests im März 2024, die auf eine Verunreinigung durch ein Teammitglied zurückgeführt wurden.
Nach einem Einspruch der Welt-Anti-Doping-Agentur einigte sich Sinner jedoch auf eine Sperre von Februar bis Mai 2025. Borg zeigte sich verwundert: „Ich war sehr überrascht, als ich das gelesen habe. Ich glaube, es ist zweimal passiert. Wenn es einmal passiert wäre…aber zweimal, das finde ich sehr seltsam. Was genau passiert ist, weiß ich nicht. Ich hoffe wirklich, dass nichts Ernstes passiert ist.“
Persönlicher Kampf gegen Krebs
Neben den sportpolitischen Themen sprach Björn auch über seine eigene Gesundheit. In seiner Autobiografie „Heartbeats“, die bald erscheint, hatte er öffentlich gemacht, dass er an Prostatakrebs erkrankt ist. Derzeit befindet er sich in Remission, doch er bleibt wachsam. „Der Arzt sagte mir, das ist wirklich, wirklich schlimm. Ich habe diese schlafenden Krebszellen, das wird ein Kampf in der Zukunft“, berichtete Borg. „Alle sechs Monate lasse ich mich testen. Vor zwei Wochen war der letzte Test. Damit muss ich leben.“
Trotz seiner Krankheit bleibt Björn dem Tennis verbunden. Bis 2024 war er Kapitän von Team Europe beim Laver Cup und bleibt für viele eine der prägenden Figuren der Sportgeschichte.
