Carlos Alcaraz bleibt das Maß aller Dinge im Herrentennis. Nach seinem souveränen Triumph bei den US Open, bei dem er nur einen Satz abgab, glänzt der 22-Jährige nun auch beim Laver Cup in San Francisco. John McEnroe, selbst Tennislegende und langjähriger Kapitän von Team World, fand im Gespräch mit dem Tennis Channel deutliche Worte der Anerkennung: „Von allen Spielern, die ich je gesehen habe, habe ich in diesem Alter noch nie jemanden so komplett gesehen. Gott sei Dank für Carlos Alcaraz und das, was er in den Tennissport bringt.“
Der Spanier hat sich mit bislang 61 Siegen bei nur sechs Niederlagen in dieser Saison an die Spitze der Weltrangliste zurückgekämpft. Für McEnroe ist er nicht nur ein dominanter Spieler, sondern ein Vorbild: „Ich hoffe, die jungen Spieler schauen sich Carlos an – wie er aggressiv spielt, wie er ans Netz geht. Davon ist im Tennis einiges verloren gegangen. Aber ich glaube, er verändert das wieder.“
Dominanz auf Tour und Teamgeist beim Laver Cup
Alcaraz trifft in San Francisco auf den US-Amerikaner Taylor Fritz, ein Match, das zwei Punkte wert ist. Im Laver Cup hat er bislang alle seine Einzel gewonnen. Bereits am ersten Tag punktete er im Doppel an der Seite des 19-jährigen Tschechen Jakub Mensik. Gemeinsam schlugen sie Fritz und Alex Michelsen mit 7:6 (7), 6:4. Besonders im Tiebreak des ersten Satzes bewahrten sie Nervenstärke, als sie einen Satzball abwehrten.
Nach dem Sieg blieb Alcaraz bescheiden. „Ehrlich gesagt habe ich mich manchmal verloren gefühlt. Es war mein erstes Doppel seit dem Davis Cup im letzten Jahr“, erklärte er. „Manchmal hätte ich näher ans Netz gemusst. Aber dank Jakub, seiner starken Aufschläge und seiner Schläge von der Grundlinie, konnte ich gute Punkte machen.“
Rivalität mit Sinner prägt eine Ära
Zusammen mit Jannik Sinner dominiert Alcaraz seit zwei Jahren die großen Turniere. Alle acht letzten Grand-Slam-Titel gingen an einen der beiden, die auch die jüngsten drei Finals gegeneinander bestritten. Für McEnroe ist diese Rivalität ein Glücksfall: „Von frischem Wind zu sprechen, trifft es. Wir haben es dringend gebraucht. Die anderen Spieler müssen jetzt aufholen.“
