Andy Roddick verrät, was an Alexander Zverevs Rückhand seltsam wirkte

by Sead Dedovic
SHARE
Andy Roddick verrät, was an Alexander Zverevs Rückhand seltsam wirkte
© atptour / X / Fair Use

Alexander Zverev hat bei den US Open die dritte Runde erreicht. Die ersten beiden Partien in New York waren für den Deutschen allerdings deutlich schwieriger als erwartet.

ADVERTISEMENT

Erstmals ist Zverev bei einem Grand-Slam-Turnier an Position eins gesetzt. Zudem reiste er nach Flushing Meadows, nachdem er Anfang des Jahres bei den French Open in Roland Garros seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hatte. Nach dem Aus von Jannik Sinner rechneten viele damit, dass Zverev in New York weit kommen könnte.

Doch bereits seine erste Turnierwoche hat körperlich viel Kraft gekostet. In der Auftaktrunde benötigte die Nummer zwei der Welt vier Stunden und 53 Minuten, um Lorenzo Sonego mit 6:4, 3:6, 6:7(7), 7:5, 6:4 zu bezwingen. Sonego war nur zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt, ehe der erfahrene Deutsche noch einmal zurückfand.

Nur zwei Tage später stand Zverev erneut auf dem Platz – und musste wieder über fünf Sätze gehen. Dieses Mal setzte er sich nach vier Stunden und 33 Minuten im Arthur Ashe Stadium gegen Quentin Halys mit 6:4, 4:6, 7:6(3), 6:7(3), 6:3 durch.

ADVERTISEMENT

Damit hat Zverev in seinen ersten beiden Partien bereits mehr als neun Stunden auf dem Platz verbracht.

Roddick erkennt Probleme bei Zverevs Rückhand: „I’m tired, can you imagine how he is feeling?“

Andy Roddick verfolgte Zverevs jüngsten Sieg und bemerkte eine ungewohnte Schwäche in einem normalerweise äußerst verlässlichen Teil seines Spiels.

In seinem Podcast erklärte Roddick, Zverev habe während der Partie wie ein Spieler gewirkt, der noch nach dem richtigen Gefühl suche.

“Just watched Zverev, four and a half hours plus. I’m tired, can you imagine how he is feeling?” Roddick sagte.

“Still searching for something, missing some backhands, kind of random rally balls, but like I said to close the match, some people need their best tennis, but some need just their best effort.

You know, if he hasn’t dug himself too much of a stamina hole, listen, the guy’s been winning matches he’s supposed to win for 10 years. It doesn’t always go according to the script, that’s what makes sports great. You know, we can talk about the bumps, he will probably admit them.

ADVERTISEMENT

At one point he was one backhand winner, it was like almost finished with the second set, that is strange for him. You know, the winner to error ratio was awkward tonight.”

Der frühere US-Open-Champion bemerkte zudem, dass der 29-Jährige im späten Verlauf der Partie immer wieder Schläger zum Bespanner zurückschickte.

“He was still trying to find something, he was still sending rackets back to the stringer, he didn’t like what he was having. I mean, that’s not something you are often doing in the fifth set of a match when you’ve already played a match in those conditions, searching for something a little bit, but credit to him getting through that.”

Die Partie endete in New York um 2:15 Uhr morgens. Mit seinem Niveau nach dem Sieg gegen Halys war Zverev selbst nicht besonders zufrieden. Gleichzeitig war er erleichtert, eine weitere schwierige Nacht überstanden zu haben.

ADVERTISEMENT

Zverev trifft nun auf Tabilo

Der körperliche Aspekt wird für Zverev nun besonders wichtig. Zwei Fünfsatzmatches in den ersten beiden Runden sind für einen Spieler, der bei einem Grand-Slam-Turnier die späten Runden erreichen will, alles andere als ideal. Sein nächster Gegner wird jede sich bietende Chance nutzen wollen.

In dieser Saison zeigte er bereits mehrfach herausragende Leistungen und sorgte damit in der Tenniswelt für Aufsehen.

Fest steht, dass Alexander in seinen Partien mit großer Vorsicht agiert und jeden Gegner sehr ernst nimmt. Das Herrentennis ist von zahlreichen Topspielern geprägt – jeden Gegner zu unterschätzen, kann daher schnell zum Nachteil werden.

Sein Gegner Alejandro Tabilo erreichte die dritte Runde mit einem Comeback gegen Alexei Popyrin. Der Chilene setzte sich mit 2:6, 7:6(4), 7:6(3), 6:2 durch. Tabilo steht in der Weltrangliste auf Platz 28 und hat bereits zweimal gegen Zverev gespielt.

ADVERTISEMENT

Zverev gewann beide bisherigen Duelle. Ihr erstes Aufeinandertreffen fand im Halbfinale von Rom 2024 statt. Nachdem der Deutsche den ersten Satz verloren hatte, drehte er die Partie und gewann mit 1:6, 7:6(4), 6:2. Im vergangenen Jahr trafen sie in der ersten Runde der US Open erneut aufeinander. Damals setzte sich Zverev mit 6:2, 7:6(4), 6:4 durch.

Der Deutsche geht somit mit einer positiven Bilanz in das Duell. Seine ersten beiden Matches haben jedoch gezeigt, dass Ranglistenposition und frühere Ergebnisse keineswegs eine einfache Nacht garantieren.

In diesem Jahr muss sich Zverev zudem mit einer neuen Situation auseinandersetzen. Nach seinem Triumph in Roland Garros jagt er nicht mehr seinem ersten Grand-Slam-Titel hinterher – die Erwartungen an ihn sind nun allerdings noch größer.

Trotz des gestiegenen Drucks verfügt Alexander Zverev über viel Erfahrung. In Partien wie dieser kann sie oft den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Andy Roddick Alexander Zverev Roland Garros
SHARE