Das Teilnehmerfeld in Tokio verliert mit Maja Chwalinska und Titelverteidigerin Belinda Bencic zwei weitere Spielerinnen. Hinter den Absagen stehen unterschiedliche Verletzungsverläufe, aber dieselbe unmittelbare Konsequenz: Die geplante Turnierwoche lässt sich nicht mit der aktuellen körperlichen Situation vereinbaren.
Chwalinska kämpft nach ihrem Titel in Wuhan weiter mit einer Oberschenkelverletzung. Sie war früh nach Tokio gereist und hatte an ihrer Genesung gearbeitet. Trotzdem musste sie feststellen: „Ich bin noch immer nicht bereit, anzutreten.“ Der zeitliche Aufwand vor Ort reichte nicht für die gewünschte Rückkehr.
Der Turnierplan setzt der Heilung keine Frist
Die Absage ist besonders nach einem Titelgewinn bitter, weil sich sportlicher Schwung nicht beliebig aufbewahren lässt. Gleichzeitig wäre es zu einfach, die erfolgreiche Vorwoche als Beleg dafür zu behandeln, dass auch der nächste Start körperlich möglich sein müsse.
Wettkampffähigkeit ist eine aktuelle Frage. Ein gutes Ergebnis beantwortet sie nicht für die kommende Woche, und eine frühe Anreise garantiert keine ausreichende Erholung. Chwalinskas Entscheidung trennt deshalb zwei Dinge, die im Kalender eng beieinanderliegen: die Freude über einen Erfolg und die Belastbarkeit für das nächste Turnier.
Bencic beendet ihre Saison
Bencic berichtete von Schmerzen am rechten Fuß nach Ningbo und später festgestellten Teilrissen am Band zwischen Schien- und Wadenbein. Ihre Saison ist beendet. Über den Auslöser sagte sie: „Ich bin mir noch völlig unsicher, wann und wie das passiert ist“.
Für die Schweizerin fällt damit nicht nur die Chance weg, den Titel in Tokio zu verteidigen. Auch Hongkong gehört nicht mehr zum verbleibenden Programm. Die Unsicherheit über den genauen Moment der Verletzung ändert nichts an der Entscheidung, die Belastung durch weitere Turniere jetzt zu beenden.
Tokio verliert sportliche Bezugspunkte
Mit den beiden Absagen fehlen dem Turnier sowohl die Titelverteidigerin als auch die jüngste Siegerin aus Wuhan. Das verändert die Zusammensetzung des Feldes, ohne bereits festzulegen, wer die entstandenen Möglichkeiten nutzen wird. Die übrigen Spielerinnen müssen ihre eigenen Aufgaben weiterhin auf dem Platz lösen.
Für Chwalinska und Bencic steht zunächst etwas anderes im Vordergrund. Die eine kann trotz Vorbereitung noch nicht antreten, die andere zieht einen Schlussstrich unter ihre Saison. Beide Fälle zeigen, wie schnell ein geplanter Turnierblock auseinanderfallen kann. Der erfolgreiche Abschluss einer Woche und die Bereitschaft für die nächste sind im Tennis eng verbunden, aber keineswegs dasselbe. In Tokio wird diese Lücke nun gleich an zwei prominenten Namen sichtbar.
