Alex Eala und Iva Jovic lieferten sich bei den diesjährigen US Open eines der meistbeachteten Matches. Beide Youngsterinnen zeigten, warum sie für viele Experten zu den prägenden Spielerinnen der Zukunft im Damentennis zählen.
Ihre Freundschaft musste auf dem Arthur Ashe Stadium mehr als drei Stunden lang ruhen. Am Ende setzte sich Jovic mit 7:5, 3:6, 7:5 durch. Die 18-jährige US-Amerikanerin erreichte in New York erstmals die vierte Runde, während Ealas Lauf nach einem weiteren starken Turnier beendet war.
Über weite Strecken der Partie trennte die beiden nur wenig. Im entscheidenden Satz führte Eala sogar mit 4:2, doch Jovic schaltete in der Schlussphase noch einmal einen Gang hoch und gewann fünf der letzten sechs Spiele.
Der ehemalige US-Open-Finalist Greg Rusedski verfolgte die Partie und analysierte sie anschließend in seinem Podcast „Off Court with Greg“. Im Mittelpunkt standen vor allem die beiden jungen Spielerinnen. Gemeinsam mit Kevin Palmer bezeichnete Rusedski das Duell als Frauen-Match des Jahres.
Rusedski: Jovic war in den entscheidenden Momenten aggressiver
Rusedski betonte, dass Eala nicht aufgrund einer schwachen Leistung verloren habe. Vielmehr sei Jovic diejenige gewesen, die in den entscheidenden Phasen des dritten Satzes mutiger und offensiver agiert habe.
“We said this is the future of women’s tennis, and Eala is the one who’s been stepping up all year.
I mean, she’s had an incredible run, 2026, first time in the third round of the US Open. Jovic really stepped up because Eala, you know, she played well. She didn’t play poorly at all.
It was Jovic who went after it, was more attacking, more aggressive, especially at the end moments of that final set. And that’s what made the difference fractionally.
And Eala, up a break, up a chance to get a double break, you know, just couldn’t capitalize there. But these are matches that happen to you as a player and they’re pushing each other to the limit. So that’s a huge positive.”
Auch die Statistik unterstrich, wie eng die Partie war. Insgesamt gab es 17 Breaks. Jovic kam auf 44 Winner und 27 unerzwungene Fehler, Eala verzeichnete 34 direkte Gewinnschläge bei 33 unerzwungenen Fehlern.
Rusedski sieht bei Eala dennoch einen Bereich, in dem Verbesserungen künftig einen großen Unterschied machen könnten.
“And I look at them, both of them really go after it. Both of them are way beyond their years mentally as well as physically. And it just shows us also with Eala how she has to keep on improving that serve.
Because if she can start hitting the corners a little bit more, it allows her to get on the front foot. It doesn’t allow Jovic to attack her as much.
So there’s still room for improvement and that’s the positive. It was by far the match of the year in the women’s game. It was just from start to finish, exciting, dramatic.”
Jovic hat damit alle drei bisherigen Duelle gegen Eala gewonnen. Zuvor hatte sie sich bei den French Open in Roland Garros mit 6:4, 6:2 und in Queen’s mit 6:2, 6:2 durchgesetzt. In New York war die Begegnung deutlich umkämpfter.
Rusedski erwartet die nächste schwere Prüfung für Jovic
Viel Zeit zum Feiern bleibt der US-Amerikanerin nicht: In der vierten Runde wartet Coco Gauff.
Jovic hatte bereits bei den Australian Open in diesem Jahr ihr bislang bestes Grand-Slam-Ergebnis erzielt und das Viertelfinale erreicht. Im Saisonverlauf sprach sie zudem darüber, aus schwierigen Drei-Satz-Niederlagen in Roland Garros und Wimbledon gelernt zu haben.
Rusedski glaubt, dass das Duell mit Coco Gauff noch mehr Aufschluss darüber geben wird, wo Jovic aktuell steht.
“I don’t think she’s quite ready yet. I think the section starts getting harder with Gauff as well. This will be another test.
“You have a big win against Eala, you knock out the 18th player in the world, and now all of a sudden you’re playing Coco, who’s won in Cincinnati, who’s got her mojo back.
“Can you step it up, or do you have that dip? Because after you win a night match like that at Arthur Ashe Stadium, there’s usually a dip the next day. Can you bounce back mentally? We’re going to learn a lot more about Jovic in the next round.”
Gauff hat die vierte Runde erreicht, ohne einen Satz abzugeben. Nun trifft sie auf ihre Landsfrau Jovic – es geht um den Einzug ins Viertelfinale.
Für Eala ist das Abenteuer US Open damit beendet. Rusedski hob jedoch hervor, dass die Filipina aus dem Turnier zahlreiche positive Erkenntnisse mitnehmen könne. Eala setzt ihren Aufwärtstrend nach einem Jahr fort, in dem sie sich zu einem der meistbeachteten jungen Namen auf der Damentour entwickelt hat.
