Jan-Lennard Struff hat beim ATP-Turnier in Brüssel eine weitere Chance auf seinen zweiten Karrieretitel verpasst. Dabei zeigte das Finale gegen Tallon Griekspoor vor allem, wie schnell einzelne Aufschlagspiele über den Ausgang einer ausgeglichenen Partie entscheiden können. Der 36-jährige Deutsche verlor mit 6:4, 3:6, 4:6, obwohl er über weite Strecken erneut mit seinem Service überzeugte.
Für Struff endet damit eine erfolgreiche Turnierwoche ohne den erhofften Titel. Seine Leistungen in Brüssel bestätigen jedoch den deutlichen Aufwärtstrend der vergangenen Monate.
Zwei Aufschlagverluste entscheiden das Finale
Jan-Lennard hatte mit seinem druckvollen Aufschlag zunächst die Kontrolle übernommen. Er erspielte sich früh mehrere Breakchancen und nutzte die vierte zur 3:2-Führung. Nach 47 Minuten sicherte er sich den ersten Satz.
Anschließend fand Griekspoor besser in die Begegnung. Der Niederländer agierte stabiler und nutzte zwei entscheidende Schwächephasen seines Gegners. Im zweiten Satz verlor Jan-Lennard seinen Aufschlag zum 3:5 ohne eigenen Punktgewinn. Im Entscheidungssatz wiederholte sich dieses Muster beim Stand von 4:5.
Gerade diese beiden Aufschlagspiele machten den Unterschied. Struff konnte seine zuvor dominante Leistung nicht bis zum Ende aufrechterhalten, während Griekspoor in den wichtigsten Momenten konsequenter agierte. Nach 2:01 Stunden stand dessen vierter ATP-Titel fest.
Warum Struffs Entwicklung trotzdem überzeugt
Die Niederlage sollte nicht darüber hinwegtäuschen, wie deutlich sich Jan-Lennard wieder verbessert hat. Noch im Sommer 2025 war der ehemalige Weltranglisten-21. aus den Top 150 gefallen. Nach seinem Viertelfinaleinzug in Wimbledon und den starken Ergebnissen der zweiten Jahreshälfte wird er nun auf Platz 47 geführt.
Besonders bemerkenswert war sein Halbfinalsieg gegen den topgesetzten Arthur Fils, der als Weltranglistenzehnter nach Brüssel gereist war. Struff bewies dabei erneut, dass er auch gegen hochklassige Gegner bestehen kann.
Griekspoor bleibt ein schwieriger Gegner
Für Jan-Lennard war es bereits die vierte Finalniederlage bei seinem fünften ATP-Endspiel. Seinen bislang einzigen Titel gewann er im April 2024 in München.
Auch die persönliche Bilanz gegen Griekspoor bleibt negativ. Der Niederländer gewann sämtliche vier Begegnungen, wobei alle Duelle knapp verliefen.
Das Finale verdeutlicht damit Struffs aktuelle Situation: Sein Spiel reicht weiterhin aus, um starke Gegner zu schlagen und ATP-Endspiele zu erreichen. Für den nächsten Titel muss er diese Qualität jedoch auch in den entscheidenden Phasen eines Finales durchsetzen.
