Jannik Sinner fordert sportliche Chancen unabhängig vom Alter

by Faruk Imamovic
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Jannik Sinner fordert sportliche Chancen unabhängig vom Alter
© Frank201410/X/Fair Use

Jannik Sinner hält ein junges Alter allein für keinen überzeugenden Grund, sportliche Chancen zu begrenzen. Im Gespräch mit la Repubblica verwies der Italiener auf Fußballer Lamine Yamal und Formel-1-Fahrer Kimi Antonelli. Ihre Entwicklung steht für ihn für die Möglichkeiten, die entstehen, wenn außergewöhnliches Können früh auf eine echte Gelegenheit trifft.

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Sein Argument verschiebt den Blick auf die Debatte. Meist geht es darum, welche Belastungen junge Menschen im Profisport aushalten müssen. Sinner betont dagegen, was ihnen durch einen pauschalen Ausschluss entgehen könnte. Beide Fragen gehören zusammen: Schutz ist notwendig, sollte aber nicht automatisch bedeuten, eine sportlich verdiente Chance allein wegen des Geburtsdatums zu verweigern.

Erfolgreiche Beispiele prägen seinen Blick

„Ich mache die Regeln nicht, aber warum Teenagern eine schöne Geschichte nehmen?“, fragte Sinner. Yamal schaffte mit 16 den Durchbruch bei Barcelona und gewann später mit Spanien große Titel. Dazu zählen die Europameisterschaft 2024 und die Weltmeisterschaft 2026. Antonelli debütierte mit 18 in der Formel 1 und steht mit 20 vor einem möglichen Rekord als jüngster Weltmeister dieser Rennserie.

Solche außergewöhnlichen Karrieren zeigen, dass frühe Verantwortung funktionieren kann. Sie beantworten allerdings nicht für jedes Talent die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Wer über Zugang zum Spitzensport entscheidet, muss deshalb zwischen einer individuellen Chance und einer allgemeinen Erwartung unterscheiden. Ein erfolgreicher früher Einstieg darf nicht zur Vorgabe werden, dass andere Jugendliche ebenso schnell bereit sein müssen.

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Das Prinzip gilt auch für ältere Spieler

„Wenn jemand Erfolg verdient, sehe ich kein Problem“, sagte Sinner. Er bezog seine Haltung auch auf ältere Stars, darunter Novak Djokovic sowie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Im Tennis beginnt der Zugang zu offiziellen ITF-Turnieren mit 14 Jahren; ATP und WTA begrenzen zugleich die Zahl der zulässigen Turnierstarts junger Spieler.

Damit geht es in seiner Position nicht bloß um die Förderung der nächsten Generation. Es geht um einen Maßstab, der Menschen weder wegen ihrer Jugend noch wegen ihres fortgeschrittenen Alters vorschnell aussortiert. Für das Tennis bleibt die praktische Aufgabe, Möglichkeiten und Belastung sinnvoll miteinander zu verbinden. Talent braucht Zugang, aber auch einen Rahmen, in dem es sich entwickeln kann. Sinners Plädoyer liefert dafür keine neue Regel, wohl aber eine klare Priorität: Die Frage nach der tatsächlichen sportlichen Eignung sollte vor einem Urteil allein über das Alter stehen.

Jannik Sinner
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