Stefanos Tsitsipas kann die 150-jährige Rückhand-Serie nicht retten

by Faruk Imamovic
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Stefanos Tsitsipas kann die 150-jährige Rückhand-Serie nicht retten
© Tiempodetenis1/X/Fair Use

Die einhändige Rückhand wird in dieser Grand-Slam-Saison erstmals ohne einen Vertreter im Halbfinale bleiben. Stefanos Tsitsipas war bei den US Open die letzte Chance, die seit Wimbledon 1877 bestehende Serie fortzusetzen. Seine klare Achtelfinal-Niederlage gegen Ben Shelton machte die historische Premiere endgültig.

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Eine Serie endet nach 524 Grand-Slam-Turnieren

Tsitsipas verlor gegen Shelton in drei Sätzen. Damit erreichte bei keinem der vier Majors 2026 ein Mann mit einhändiger Rückhand das Halbfinale. Nach den Daten von TennisMyLife hatte es zuvor 524 Grand-Slam-Turniere in Folge mindestens einen solchen Spieler in der Runde der letzten Vier gegeben.

Der Grieche kannte die Bedeutung seines Matches. „Ich muss eine 150-jährige Serie aufrechterhalten“, hatte Tsitsipas vor der Partie gesagt. Die Aufgabe reichte damit weit über sein persönliches Abschneiden hinaus. Er trug symbolisch die Erwartungen einer Schlagtechnik, die über Generationen zum Bild des Tennissports gehörte.

Lorenzo Musetti war der einhändige Spieler, der einem Major-Halbfinale in dieser Saison am nächsten kam. Bei den Australian Open führte er gegen Novak Djokovic bereits mit 2:0 Sätzen, musste die Partie jedoch wegen einer Oberschenkelverletzung aufgeben.

Nur fünf Vertreter in den Top 100

Die historische Nullserie ist kein Zufall eines einzelnen Turniers. In den aktuellen Top 100 spielen nur Musetti, Denis Shapovalov, Tsitsipas, Daniel Altmaier und Aleksandar Kovacevic die Rückhand einhändig. Je kleiner diese Gruppe wird, desto geringer ist statistisch die Chance, dass einer ihrer Vertreter tief in alle vier Grand-Slam-Turniere vorstößt.

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Der letzte Major-Titel eines Spielers mit einhändiger Rückhand liegt sechs Jahre zurück. Dominic Thiem gewann 2020 die US Open. Seitdem haben sich beidhändige Rückhände auf der größten Bühne weiter durchgesetzt.

Der aktuelle Abstand unterstreicht, wie selten die technisch anspruchsvolle Variante inzwischen bis in ein Endspiel vordringt.

Die Technik verliert sichtbare Vorbilder

Roger Federer hat bereits auf die sinkende Zahl prominenter Vorbilder hingewiesen. Junge Spieler übernehmen häufig Bewegungsmuster von erfolgreichen Profis. Wenn in entscheidenden Grand-Slam-Runden fast ausschließlich beidhändige Rückhände zu sehen sind, verstärkt sich der Trend von selbst.

Tsitsipas’ Ausscheiden bedeutet nicht das Ende der einhändigen Rückhand. Musetti und die übrigen Vertreter können die Serie bereits in der nächsten Saison neu beginnen. Der aktuelle Befund ist trotzdem außergewöhnlich: Eine Technik, die seit dem ersten Wimbledon-Turnier immer im Major-Halbfinale vertreten war, fehlte 2026 erstmals bei allen vier Höhepunkten. Sheltons Sieg hat aus einer langfristigen Entwicklung einen messbaren historischen Einschnitt gemacht.

Stefanos Tsitsipas Wimbledon
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