Frances Tiafoe hat bei den US Open einen beinahe verlorenen amerikanischen Schlagabtausch gedreht. Der 28-Jährige besiegte Alex Michelsen nach einem 0:2-Satzrückstand mit 5:7, 3:6, 7:5, 6:3, 7:6 (6) und erreichte zum dritten Mal das Halbfinale in New York.
Michelsen stand im dritten Satz bereits kurz vor dem Sieg und servierte auf den Einzug in die Vorschlussrunde. Auch im fünften Durchgang führte er mit einem Break. Tiafoe fand dennoch zweimal einen Weg zurück und gewann sein erstes Match bei dieser Turnierausgabe im Arthur Ashe Stadium.
Michelsens Vorsprung erhöht den Wert der Wende
Bis zum Viertelfinale hatte Michelsen in New York keinen Satz verloren. In Runde zwei schlug er unter anderem Brandon Nakashima. Seine ersten beiden Sätze gegen Tiafoe bestätigten, dass dieser Lauf kein Zufall war. Er kontrollierte genug Situationen, um die Ziellinie bereits sehen zu können.
Gerade deshalb war die Niederlage so schwer. Nach dem Matchball umarmten sich beide Spieler, Michelsen weinte an Tiafoes Schulter. Die Szene zeigte Respekt, aber auch die Härte eines Matches, in dem ein Spieler mehrere konkrete Chancen auf den größten Erfolg seines Turniers hatte.
Tiafoes Leistung bestand nicht in früher Überlegenheit. Seine Stärke lag darin, das Match weiterzuführen, obwohl der Verlauf wiederholt gegen ihn sprach. Der dritte Satz verhinderte das Aus, der vierte stellte Gleichstand her, und im entscheidenden Tiebreak musste er die letzte enge Phase lösen.
Der Wechsel ins Ashe Stadium gelingt spät
Tiafoe hatte seine vorherigen Matches im Louis Armstrong Stadium gespielt, einem Platz, auf dem er sich in New York besonders wohlfühlt. Der Wechsel in die größte Arena brachte zunächst keine sofortige Befreiung. Erst mit zunehmender Dauer fand er den Zugriff, der seinen Turnierlauf verlängerte.
Dieser Erfolg ist auch eine Anpassungsleistung. Er gewann nach einem schwierigen Start auf einer anderen Bühne.
Zwei Tage Pause vor dem US-Duell
Tiafoe hat bis Freitag zwei freie Tage. Im Halbfinale trifft er auf Ben Shelton, der später in derselben Nacht Titelverteidiger Carlos Alcaraz in fünf Sätzen besiegte. Damit steht bereits fest, dass ein US-Amerikaner das Finale erreicht.
Die amerikanischen Fans warten seit Andy Roddicks Triumph 2003 auf einen heimischen Sieger im Herreneinzel eines Grand-Slam-Turniers. Tiafoes drittes Halbfinale in Flushing Meadows hält diese Hoffnung am Leben. Der Sieg über Michelsen beweist nicht, dass die lange Serie endet. Er zeigt jedoch, dass Tiafoe selbst aus einem Match zurückkehren kann, das sportlich fast abgeschlossen wirkte.
