Thilo Behrmann hat bei den US Open das Viertelfinale der Junioren erreicht. Der an Position sieben gesetzte Österreicher setzte sich auf Court 12 gegen den US-Amerikaner Andrew Johnson mit 4:6, 7:6 (4) und 6:2 durch. Nach verlorenem ersten Satz entschied Behrmann die engste Phase im Tiebreak und kontrollierte anschließend den Entscheidungssatz.
In der Runde der letzten acht trifft er auf den Italiener Simone Massellani. Damit steht Thilo bei einem Grand-Slam-Turnier erneut im Viertelfinale und bekommt die Chance, einen Schritt weiterzugehen als im Juni in Roland-Garros.
Der Tiebreak verändert die Partie
Johnson nutzte im ersten Satz den Heimvorteil und nahm Thilo früh die Kontrolle. Der Österreicher musste deshalb nicht nur sein Niveau steigern, sondern auch verhindern, dass das Publikum und der Spielstand denselben Gegner verstärkten.
Der zweite Durchgang blieb offen und führte in den Tiebreak. Dort setzte sich Thilo mit 7:4 durch. Diese kurze Sequenz war der Wendepunkt: Statt nach zwei Sätzen auszuscheiden, startete er mit ausgeglichenem Ergebnis und wachsendem Selbstvertrauen in den dritten Satz.
Das 6:2 im letzten Durchgang zeigt, dass Behrmann den Schwung nutzen konnte. Bei Juniorenmatches ist ein gewonnener Tiebreak häufig mehr als ein Satzgewinn, weil er die Belastbarkeit beider Spieler sichtbar macht. Johnson hatte die Möglichkeit, das Match in zwei Sätzen zu beenden. Behrmann nahm sie ihm und ließ danach keinen weiteren engen Durchgang entstehen.
Massellani ersetzt die erwartete Aufgabe
Vor dem Turnier deutete die Setzliste auf einen möglichen Viertelfinalgegner aus den USA hin. Nun wartet Massellani. Die Veränderung zeigt, wie schnell Prognosen im Juniorenfeld an Bedeutung verlieren. Behrmann muss sich auf den Italiener einstellen, ohne sich auf eine lange gemeinsame Vorgeschichte verlassen zu können.
Seine eigene Setzung hat er bereits bestätigt. Ein Halbfinaleinzug würde sie übertreffen und zugleich den bislang größten Schritt seines New Yorker Turniers markieren.
Paris liefert Erfahrung und Motivation
In Roland-Garros erreichte Behrmann ebenfalls das Viertelfinale. Dort verlor er gegen den topgesetzten Brasilianer Guto Miguel nach drei Sätzen. Miguel führt auch in New York das Tableau an, ein erneutes Treffen wäre frühestens im Halbfinale möglich.
Dieser mögliche Blick nach vorn darf die nächste Aufgabe nicht verdrängen. Behrmanns Erfolg gegen Johnson beruhte darauf, nach einem schwachen Start den entscheidenden Satz zu erzwingen und anschließend konsequent zu handeln. Genau diese Reihenfolge kann ihm gegen Massellani helfen: zuerst den eigenen Rhythmus sichern, dann den Druck seiner Setzung in aktives Tennis verwandeln.
