Der Spielplan für die Männer-Halbfinals in Wimbledon ist veröffentlicht – und die Entscheidung der Organisatoren sorgt nicht nur wegen der Namen auf dem Centre Court für Diskussionen. Am Freitag beginnt zunächst Alexander Zverev gegen Arthur Fery um 13:30 Uhr, danach folgt das Duell zwischen Jannik Sinner und Novak Djokovic.
Ungewöhnlich ist vor allem die Reihenfolge. Traditionell wird am Halbfinal-Freitag zuerst die Partie aus der oberen Hälfte des Tableaus angesetzt. Dort stehen in diesem Jahr Sinner, die Nummer eins der Welt und Titelverteidiger, sowie Djokovic, 24-maliger Grand-Slam-Sieger. Wimbledon hat sich diesmal jedoch für die umgekehrte Dramaturgie entschieden.
Warum die Reihenfolge auffällt
Rein nach internationaler Strahlkraft ist Sinner gegen Djokovic das größte Match des Tages. Zugleich hätte es gute Gründe gegeben, Arthur Fery später spielen zu lassen. Der 23-Jährige ist erst der fünfte britische Mann in der Open Era, der in Wimbledon das Halbfinale erreicht hat. Für das Heimpublikum ist seine Partie gegen Zverev daher mehr als nur ein sportlicher Programmpunkt.
Die Entscheidung verändert auch die Ausgangslage bei der Regeneration. Zverev und Fery spielten ihre Viertelfinals am Mittwoch: Zverev besiegte Taylor Fritz glatt auf Court No. 1, Fery gewann auf dem Centre Court in drei Sätzen gegen Flavio Cobolli. Sinner und Djokovic waren bereits am Dienstag im Einsatz. Sinner bezwang Jan-Lennard Struff in drei Sätzen, Djokovic stand beim Fünfsatzsieg gegen Felix Auger-Aliassime mehr als fünf Stunden auf dem Platz.
Hitze als zusätzlicher Faktor
Besonders relevant ist die Wetterlage. Für London werden am Freitag erneut heiße Bedingungen erwartet, mit Temperaturen um 31 Grad Celsius. Der Höhepunkt soll zwischen 14 und 16 Uhr liegen – genau in der Phase, in der Zverev und Fery spielen.
Damit liegt die größte Belastung zunächst beim ersten Halbfinale. Sinner dürfte zwar unter den vier Spielern als der frischeste gelten, zugleich bleibt Hitze bei ihm ein Thema, weil er zuletzt bei den French Open unter ähnlichen Bedingungen gegen Juan Manuel Cerundolo sichtbar Probleme hatte. Gleichzeitig kann er darauf verweisen, bereits mehrere Turniere bei Hitze gewonnen zu haben.
Auch unter Journalisten löste der Plan Verwunderung aus. Jose Moran von Punto de Break schrieb: „Ich bin von dieser Änderung des Spielplans völlig FASSUNGSLOS.“ Weiter erklärte er: „Normalerweise würden sie, weil sie früher gespielt haben, das Match Sinner-Djokovic an diesem Freitag in den ersten Slot setzen. Nun, nein.“
Die Entscheidung macht den Halbfinaltag nicht unfair, sie verschiebt jedoch die Belastungen. Wimbledon setzt offenbar auf die größtmögliche Bühne für Sinner gegen Djokovic – während Zverev und Fery den schwierigeren Wetterkorridor bekommen.
