Jannik Sinner arbeitet in Turin an seiner Rückkehr auf die ATP-Tour. Der Weltranglistenerste unterzieht sein rechtes Knie mehreren Belastungstests und möchte bei positiven Ergebnissen wieder vollständig in das Training einsteigen. Als Ziel für das Comeback gilt das ATP-500-Turnier in Peking vom 30. September bis 6. Oktober.
Die Planung ist ein wichtiger Fortschritt nach der kurzfristigen Absage für die US Open. Jannik hatte das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres wegen der Knieprobleme verpasst und zunächst keinen genauen Zeitpunkt für die Rückkehr genannt.
Weitere Tests entscheiden über den Trainingsstart
Am Ende dieser Woche soll eine neue Untersuchung mehr Klarheit über den Zustand des Knies bringen. Erst danach kann das Team festlegen, ob Jannik sein volles Trainingspensum aufnimmt. Aus seinem Umfeld gibt es weiterhin den Hinweis, dass sich der geplante Start in Peking verschieben könnte.
Diese Vorsicht ist sinnvoll. Zwischen einem schmerzfreien Alltag, kontrollierten Übungen und der Belastung eines ATP-Matches liegen deutliche Unterschiede. Jannik muss bei Richtungswechseln, langen Ballwechseln und wiederholten Aufschlagbewegungen Vertrauen in das Gelenk gewinnen. Ein verfrühtes Comeback könnte den restlichen Saisonplan gefährden.
Die US-Open-Absage hat ihm bereits wichtige Punkte und eine große Titelchance gekostet. Der Versuch, diesen Verlust durch einen zu schnellen Wiedereinstieg auszugleichen, wäre deshalb besonders riskant.
Peking eröffnet eine realistische Testphase
Das Turnier in China bietet Sinner einen möglichen Neustart vor dem letzten Teil der Saison. Ein ATP-500-Event stellt sofort hohe Anforderungen, verlangt aber nicht die zwei Wochen und möglichen Fünfsatzmatches eines Grand Slams. Der genaue Wert des Starts hängt weniger vom Ergebnis als von seiner Beweglichkeit über mehrere Partien ab.
Nach Peking bleiben weitere Termine, bevor Sinner im November nach Turin zurückkehren möchte. Für die ATP Finals ab 15. November ist der 25-Jährige bereits qualifiziert. Das Jahresendturnier besitzt zusätzliche Bedeutung, weil es in seiner italienischen Heimat stattfindet.
Turin verbindet Rehabilitation und Saisonziel
Während die Konkurrenz in New York um den letzten Major-Titel kämpft, nutzt Sinner Turin als medizinische und sportliche Basis. Am vergangenen Wochenende besuchte er zudem den Formel-1-Grand-Prix in Monza, eine seltene freie Gelegenheit während einer Phase, in der er normalerweise selbst im Wettbewerb stehen würde.
Der entscheidende Termin ist nun nicht der erste Trainingstag, sondern die Reaktion des Knies auf steigende Belastung. Besteht Sinner die Tests, bekommt Peking einen klaren Platz im Kalender. Bleiben Zweifel, muss das Comeback warten. Die gesicherte Teilnahme an den ATP Finals gibt seinem Team dabei ein Ziel, das wichtig genug ist, um Geduld zu belohnen.
