Stan Wawrinka nimmt auf seiner Abschiedstour noch einmal eine zentrale Rolle im Schweizer Davis-Cup-Team ein. Der 41-Jährige wurde für das Auswärtsspiel gegen Brasilien am 18. und 19. September in Rio de Janeiro nominiert und reist als Nummer eins seiner Mannschaft an.
Captain Severin Lüthi berief neben Wawrinka auch Rémy Bertola, Jérôme Kym, Dominic Stricker und Jakub Paul. Das Aufgebot verbindet damit die Erfahrung eines dreifachen Grand-Slam-Siegers mit mehreren Spielern, die Verantwortung in der Mannschaft übernehmen können.
Die Abschiedssaison erhält einen Teamtermin
Wawrinka hat bislang 58 Davis-Cup-Matches für die Schweiz bestritten und 28 davon gewonnen. Sein größter Mannschaftserfolg war der Titel 2014. Der erneute Einsatz gibt seiner letzten Saison deshalb einen Termin, der nicht nur seine Einzelkarriere betrifft.
Nach dem Ende dieser Spielzeit will Wawrinka seine Laufbahn beenden. Voraussichtlich wird das ATP-500-Turnier in Basel sein letzter Auftritt. Rio liegt davor und bietet ihm die Möglichkeit, noch einmal unter Schweizer Flagge Verantwortung zu tragen.
Die Bilanz von 28 Siegen aus 58 Partien wirkt ausgeglichen, der historische Stellenwert entsteht jedoch aus dem Kontext. Wawrinka half 2014 beim größten Erfolg des Schweizer Teams. Sein letzter Davis-Cup-Einsatz ist deshalb sportliche Aufgabe und Abschiedsetappe zugleich.
Brasilien wartet auf Fonseca
Auf brasilianischer Seite sollte Joao Fonseca die Mannschaft anführen. Der junge Spieler musste zuletzt verletzt auf die US Open verzichten. Ob er in Rio eingesetzt werden kann, ist offen.
Seine Teilnahme könnte auch die Atmosphäre beeinflussen. Gespielt wird in der Farmasi Arena, die bis zu 15.000 Zuschauer fasst. Ein Auftritt Fonsecas würde dem Heimteam einen prominenten Namen geben und dürfte das Interesse an der Begegnung erhöhen.
Für die Schweiz verändert diese Ungewissheit die Vorbereitung. Das Team kennt sein eigenes Aufgebot, aber noch nicht die endgültige Stärke des Gegners. Wawrinkas Erfahrung kann gerade in einer solchen Lage wichtig sein, ohne dass sie allein ein Ergebnis garantiert.
Eine alte Begegnung liefert positive Erinnerung
Die Schweiz und Brasilien trafen zuletzt im September 1992 aufeinander. Damals gewann die Schweizer Mannschaft im Davis-Cup-Halbfinale mit 5:0. Marc Rosset und Jakob Hlasek holten die Punkte.
Mehr als drei Jahrzehnte später haben die Namen und Bedingungen keinen direkten Einfluss auf das neue Duell. Die Erinnerung zeigt aber, wie selten diese Paarung ist. Wawrinka führt die Schweiz nicht in eine alltägliche Wiederholung, sondern in ein Auswärtsspiel mit historischem Abstand und persönlicher Bedeutung. Sein Ziel bleibt zunächst schlicht: der Mannschaft helfen, bevor sich seine Abschiedstour Richtung Basel bewegt.
