Die Next Gen ATP Finals kehren 2026 nach Italien zurück. Das Saisonfinale für die besten U20-Spieler findet vom 9. bis 13. Dezember im PalaCalafiore von Reggio Calabria statt. Acht Teilnehmer spielen dort um ein Gesamtpreisgeld von zwei Millionen US-Dollar und erhalten eine Bühne, die in der Vergangenheit mehrfach den späteren Weg an die Weltspitze vorweggenommen hat.
Die ATP veranstaltete das Turnier erstmals 2017 in Mailand. Dort blieb es bis 2022, ehe Dschidda in Saudi-Arabien drei Jahre lang Gastgeber war. Mit der Wahl von Reggio Calabria geht das Format nun in eine Region, die bislang seltener im Zentrum des internationalen Tenniskalenders stand.
Ein Schaufenster für die nächste Generation
ATP-Tourchef Andre Silva erklärte: „Die Veranstaltung bietet einen ersten Einblick in die nächsten Stars dieses Sports.“ Der Anspruch lässt sich an der Siegerliste messen. Stefanos Tsitsipas gewann 2018, Jannik Sinner 2019 und Carlos Alcaraz 2021. Alle drei schafften anschließend den Sprung in die absolute Weltspitze.
Joao Fonseca, Champion von 2024, besitzt erneut Chancen auf die Teilnahme. Im aktuellen Race liegt der Brasilianer hinter Rafael Jodar auf Platz zwei. Das Turnier kann damit nicht nur neue Namen vorstellen, sondern auch zeigen, wie ein ehemaliger Sieger seine Position innerhalb derselben Altersgruppe verteidigt.
Die begrenzte Zahl von acht Plätzen erhöht den Druck über die gesamte Saison. Anders als bei einem normalen Turnier reicht eine starke Woche nicht aus. Entscheidend ist die kontinuierliche Punktesammlung im Race.
Schwärzler und Dedura dürfen hoffen
Aus deutschsprachiger Sicht richtet sich der Blick auf Joel Schwärzler und Diego Dedura. Der Österreicher und der Deutsche gehören zu den Spielern, die sich im weiteren Saisonverlauf für Reggio Calabria empfehlen können. Eine Teilnahme wäre für beide mehr als eine Belohnung: Sie würde direkte Vergleiche mit den stärksten Alterskollegen und internationale Aufmerksamkeit bringen.
Angelo Binaghi, Präsident des italienischen Tennisverbandes, verbindet die Rückkehr mit einem regionalen Ziel. Das Turnier solle Tennis als Kraft für Entwicklung im gesamten Land nutzen und Regionen fördern, die große internationale Veranstaltungen verdienen.
Reggio Calabria erhält eine globale Bühne
Der PalaCalafiore wird für fünf Tage zum Zentrum des Nachwuchstennis. Für die Stadt bedeutet das Besucher, Medienpräsenz und die Möglichkeit, sich als Veranstaltungsort für weitere Sportereignisse zu präsentieren. Für die ATP bleibt das Turnier zugleich ein Labor für die Ansprache eines jüngeren Publikums.
Die sportliche Bedeutung hängt jedoch von den Spielern ab. Die früheren Sieger Sinner und Alcaraz haben dem Wettbewerb Glaubwürdigkeit verliehen. Nun muss die Ausgabe in Reggio Calabria zeigen, welche Namen aus dem Jahrgang 2026 später in derselben Reihe genannt werden könnten.
