Das Viertelfinale der US Open 2026 hat eine seltene Dichte an Spitzenspielerinnen vereint. Mit Aryna Sabalenka, Elena Rybakina, Jessica Pegula, Coco Gauff, Mirra Andreeva, Linda Noskova und Qinwen Zheng standen sieben Frauen in der Runde der letzten acht, die bereits ein Grand-Slam-Endspiel erreicht hatten. Nur Emma Navarro ging ohne vorherige Finalteilnahme bei einem Major in diese Turnierphase.
Zugleich erreichten die sechs topgesetzten Spielerinnen geschlossen das Viertelfinale. Das Feld widersprach damit der lange verbreiteten Vorstellung, die Spitze des Damentennis sei zu wechselhaft, um bei den wichtigsten Turnieren regelmäßig dieselben Namen hervorzubringen.
Die Rangliste bestätigt sich auf der großen Bühne
Sabalenka, Rybakina, Pegula, Gauff, Andreeva und Noskova hatten ihre Setzpositionen bis unter die letzten acht verteidigt. Zheng ergänzte die Gruppe nach ihrem Sieg über Iga Swiatek. Die frühere Weltranglistenvierte war als Qualifikantin gestartet und brachte trotz ihres niedrigen aktuellen Rankings Erfahrung aus einem Major-Finale mit.
Navarro war die einzige Außenseiterin in diesem Vergleich. Ihre Viertelfinalteilnahme bekam gerade durch die hohe Qualität des übrigen Feldes zusätzliches Gewicht. Sie stand nicht zwischen unerwarteten Namen, sondern in einer Runde voller Spielerinnen, die Titel oder Endspiele auf der größten Bühne kannten.
Die Zusammensetzung zeigte auch, dass Stabilität nicht zwingend eine einzige dominierende Nummer eins benötigt. Mehrere Spielerinnen können über eine Saison hinweg konstant tief in Grand-Slam-Turniere kommen und trotzdem unterschiedliche Stärken besitzen.
Drei Amerikanerinnen tragen die Hoffnungen des Publikums
Gauff, Pegula und Navarro sorgten für drei US-Vertreterinnen im Viertelfinale. Gauff hatte das Turnier 2023 gewonnen. Pegula gehörte seit Jahren zur Weltspitze, wartete aber weiter auf ihren ersten Major-Titel. Navarro versuchte erstmals, die Schwelle von einem starken Lauf zu einem Grand-Slam-Finale zu überschreiten.
Diese drei Ausgangslagen boten dem Publikum verschiedene Geschichten. Gauff verteidigte den Status einer früheren Siegerin, Pegula suchte die noch fehlende Krönung, und Navarro wollte erstmals in die letzte Turnierphase vorstoßen.
Jede Paarung trug eigene historische Bedeutung
Sabalenka traf auf Wimbledon-Siegerin Noskova und versuchte, ihre US-Open-Titelverteidigung fortzusetzen. Pegula spielte gegen Navarro. Andreeva forderte Gauff in einem Duell zweier herausragender Defensivspielerinnen. Rybakina ging gegen Zheng nicht nur um das Halbfinale, sondern auch um die Spitze der Weltrangliste auf den Platz.
Ein stark besetztes Viertelfinale garantiert noch keine herausragenden Matches. Es erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass Erfahrung, Form und taktische Qualität gleichzeitig sichtbar werden. New York bekam genau jene Turnierphase, an der sich eine gewachsene Weltspitze messen lässt: Fast alle Favoritinnen waren noch da, und jede musste eine Gegnerin schlagen, die selbst schon bewiesen hatte, dass sie bis zum letzten Wochenende eines Majors bestehen kann.
