Alexander Zverev hat bei den US Open erstmals ein Match vor Mitternacht beendet. Der topgesetzte Deutsche besiegte Luciano Darderi mit 6:2, 6:2, 7:6 (4) und erreichte souverän das Viertelfinale. Um 23:47 Uhr New Yorker Zeit verwandelte er seinen Matchball.
Zverev setzte von Beginn an den Maßstab. Er eröffnete die Partie mit einem Break und nahm Darderi wenig später erneut den Aufschlag zum 3:0 ab. Auch im zweiten Satz führte der Favorit früh mit 4:0. Nach weniger als einer Stunde war die Richtung des Matches klar.
Darderi gehört auf Sand zu den unangenehmen Spielern der Tour, fand auf dem New Yorker Hartplatz gegen Zverevs Aufschlag und geradlinige Offensive jedoch lange keine wirksame Antwort. Der große Abstand in den ersten beiden Sätzen entstand nicht durch einen einzelnen Lauf, sondern durch Zverevs ständigen Druck in den frühen Phasen.
Kaffee bringt Darderi in den dritten Satz
Zu Beginn des dritten Durchgangs trank Darderi Kaffee und erhöhte anschließend sein Niveau. Er hielt seine Aufschlagspiele stabiler, verlängerte die Ballwechsel und brachte den Satz in den Tiebreak. Dort setzte sich Zverev erneut mit dem besseren Service durch.
Der engere dritte Satz war für den Deutschen wertvoller als ein weiterer schneller Durchgang. Er musste eine stärkere Phase des Gegners kontrollieren, ohne die Partie unnötig zu verlängern. Nach mehreren sehr späten Einsätzen in den Runden zuvor ersparte ihm der Dreisatzerfolg zusätzliche Belastung.
Ein ausgeruhter Favorit trifft auf einen Marathonmann
Im Viertelfinale wartet Botic van de Zandschulp. Der Niederländer holte gegen Lucky Loser Arthur Gea einen Rückstand von zwei Sätzen auf und gewann nach 5:13 Stunden das bislang längste Match des Turniers. Zwischen seiner Belastung und Zverevs kontrolliertem Achtelfinale liegt damit ein erheblicher Unterschied.
Beide Spieler sind seit Jahren auf der Tour, standen sich in einem offiziellen Match jedoch noch nie gegenüber. Van de Zandschulp hat in seiner Karriere bereits große Namen überrascht und fühlt sich auf Hartplatz deutlich wohler als Darderi. Seine körperliche Erholung wird nach dem Marathon allerdings ebenso wichtig wie die taktische Vorbereitung.
Zverev geht als klarer Favorit in das erste direkte Duell. Der Sieg gegen Darderi liefert dafür mehr als ein gutes Ergebnis: Er kontrollierte zwei Sätze vollständig, reagierte im dritten auf steigenden Widerstand und verließ den Platz früher als gewohnt. In der entscheidenden Turnierphase ist genau diese Kombination aus Form und gesparter Energie besonders wertvoll.
